RWW-Seelöwenkooperation mit dem Duisburger Zoo

Die „Seelöwen-Kooperation“ mit dem Zoo Duisburg

Einen Teil der „Seelöwenkolonie“ hat die RWW dem Zoo Duisburg als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Museumsleiter Andreas Macat und Zoodirektor Achim Winkler vereinbarten im Sommer 2011 die Zusammenarbeit - eine naheliegende Idee, schließlich sind beide Institutionen Profis in Sachen Wasser. Während das multimediale Aquarius Wassermuseum seit 20 Jahren über das Thema Wasser aufklärt, ist der 1934 gegründete Zoo Duisburg führend in der Haltung wasserlebender Säugetiere und in der Aufbereitung von Beckenwasser. Insgesamt 50 Seelöwen-Objekte werden als Bodenskulptur dauerhaft in direkter Nähe zu ihren lebendigen Artgenossen zu sehen sein. Während man die „echten“ Seelöwen nicht streicheln darf, kann man dies bei den lebensechten Skulpturen ausgiebig nachholen.

 

Die Seelöwen-Objekte

„Der Lebensraum des Seelöwen ist das Wasser. Er ist zwar ein sehr schüchternes Säugetier“, findet Hörl, „doch in gleicher Weise neugierig. Und nach diesem Prinzip sind meine Installationen konzipiert: Sie sollen mit jedem kommunizieren. Sie sollen die Lust wecken, zwischen die aufgestellten Seelöwen zu treten, sie im wahrsten Sinne des Wortes "be-greifen" zu wollen, das heißt anzufassen, um ihre Oberfläche, ihr Material zu empfinden. Das ist meine Art als Künstler mit den Menschen in Kontakt zu treten: Ich biete ihnen eine Möglichkeit an, das Naheliegende zu tun: Zu sehen, zu berühren, sich zu freuen und in einem zweiten Schritt dann vielleicht eingeladen zu sein, sich mit dem präsentierten Tier auseinanderzusetzen: Seelöwen sind Wassertiere – sie brauchen sauberes Wasser um zu überleben, um darin ihre Nahrung zu finden.“

 

Der Künstler

Ottmar Hörl ist einer der erfolgreichsten „Multiple"-Künstler weltweit. Projekte wie seine Luther-Skulpturen in Wittenberg,  „Das große Hasenstück" – 7 000 grüne Plastik-Repliken des berühmten Gemäldes von Albrecht Dürer auf dem Nürnberger Marktplatz - haben in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt. "Ich versuche eine Ebene zu entwickeln, die den Vorgang, sich Kunst anzunähern, für viele Menschen möglich macht. Indem sich ein Bezug zu den Objekten oder zu der Idee, die zu sehen ist, kommunikativ entwickelt. Keine Installation steht sinnentleert einfach auf der Straße. Vielmehr sind es stets inhaltliche Gegebenheiten, die für mich interessant sind und die den Kontakt zu den Menschen entwerfen. Denn ein Teil der Inhalte steht in Verbindung zu etwas, das den Menschen auf die eine oder andere Art und Weise vertraut ist“, so Hörl.

Der Konzeptkünstler, Bildhauer und Präsident der Nürnberger Kunstakademie in einer Person entspricht nicht gerade dem Klischee vom weltfremden, abgehobenen Künstler. „Klar wollte ich berühmt werden“, sagt er mit einer gewissen Ironie, und verkündet: „Kunst sollte sich jeder leisten können“. Aus diesem Grund hat Hörl, dessen Kunst teilweise im Sechstelligen Euro-Bereich gehandelt wird, sich in den letzten Jahren auf Installationen im öffentlichen Raum spezialisiert. Seine „Multiples“, in Serie hergestellte Kunstobjekte, sind erschwinglich - so können auch die Seelöwen-Objekte von Zoobesuchern erworben werden. Hörl, Jahrgang 1950, studierte in den 1970er Jahren in Frankfurt und Düsseldorf Kunst und Bildhauerei, war Anfang der 90er Jahre Gastprofessor in Graz und ist seit 1999 Professor und seit 2005 auch Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Hörl lebt in Frankfurt, Nürnberg und Wertheim.

 

Aquarius, Virtuelles Wasser und die Hörl-Aktion

Im Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 präsentierte das Aquarius Wassermuseum der RWW einen neuen Ausstellungsbereich: Virtuelles Wasser. Aus diesem Anlass beauftragte die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft den Nürnberger Künstler Ottmar Hörl mit einer spektakulären Kunstaktion: Hörl verwandelte den Museumsvorplatz mit der Installation von 300 Seelöwen-Objekten in eine begehbare Bodenskulptur. Zwei Wochen lang war die Installation vor dem 50 Meter hohen Aquarius-Turm für jedermann zugänglich. Die Besucherinnnen und Besucher konnten die Installation durchschreiten, die Objekte berühren, vom Turm aus der Vogelperspektive betrachten und am Ende sogar mitnehmen.

 

Für Ottmar Hörl verkörpert der Seelöwe ideal das Thema Wasser.  Seine Installationen sind so konzipiert, dass der Mensch zu einem Teil des Projekts wird. Die Interaktion zwischen Besucher und Seelöwe war gedacht als einladende Brücke zu dem neu konzipierten Thema Virtuelles Wasser. Der Begriff beschreibt, wie viel Wasser nötig ist, um ein Produkt herzustellen. Hörl: „Die Täuschung der Seelöwen, im multimedialen Wassermuseum Wasser zu finden, setzt sich fort, indem der Besucher erkennt, dass Wasser nicht unbedingt im fertigen Produkt sichtbar sein muss. Genau das ist das Wesen des Virtuellen Wassers.“

 

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